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Medizin und Ethik27.12.2018

Montgomery: „Erschaffung genveränderter Menschen muss ein Tabu bleiben“

Berlin - Als „gefährliches Signal“ wertete Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery in einem Interview mit der Rheinischen Post (27.12.) die jüngsten Experimente mit genetisch veränderten Babys in China. „Wir müssen sicherstellen, dass die Erschaffung  genveränderter Menschen ein Tabu bleibt“, forderte er. Hierfür sieht er auch die Vereinten Nationen in der Pflicht.  Notwendig sei ein „international verbindlicher Kodex für Wissenschaftler“. Montgomery wies darauf hin, dass der Weltärztebund bereits ein entsprechendes Papier verabschiedet hat.

Mit Blick auf die Debatte über die Organspende in Deutschland sprach sich Montgomery erneut für die Einführung einer Widerspruchslösung aus. Zwar besäßen rund 40 Prozent der Deutschen einen Organspendeausweis. In der konkreten Situation sei „der Wille des Patienten dennoch oft schwer zu ermitteln, weil der Ausweis nicht auffindbar ist oder weil die Angehörigen ihn nicht kennen“, sagte Montgomery.

Um die Arbeitsverdichtung und dem Ärztemangel entgegenzuwirken forderte der BÄK-Präsident mehr Unterstützung bei der ärztlichen Nachwuchsförderung.  Etwa 1.000 zusätzliche Studienplätze in der Humanmedizin seien dringend notwendig.

Interview im Wortlaut