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15. Europäischer Depressionstag29.09.2018

„Stigmatisierung entgegenwirken, sprechende Medizin fördern“

Berlin - „Einfach nur traurig – oder depressiv?“ Diese Frage ist für viele Menschen nicht einfach zu beantworten. Hinzu kommt, dass manche Betroffene aus Angst vor Stigmatisierung erste Anzeichen einer Depression ignorieren. „Wir müssen diesen Menschen die Angst vor einem Arztbesuch nehmen und gesellschaftlicher Stigmatisierung entgegentreten“, sagte Dr. Ulrich Clever, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg und Vorstandsbeauftragter der Bundesärztekammer für ärztliche Psychotherapie, vor dem 15. Europäischen Depressionstag am 1. Oktober. Der Tag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Depression und Vorurteile“. „Depressionen lassen sich meist erfolgreich behandeln. Voraussetzung ist aber, dass den Betroffenen die Angst vor einem Arztbesuch genommen wird, sagte Clever.

Patienten sowie ihr soziales Umfeld müssten wissen, dass eine Depression genau wie eine körperliche Erkrankung keine Frage von Schuld ist. „Aufklärungsarbeit ist wichtig. Ebenso wichtig ist es, dass die notwendigen Versorgungsangebote zur Verfügung stehen, wenn sich Betroffene für professionelle Unterstützung entscheiden“, sagte Clever. Die Politik sollte deshalb den Ausbau der sprechenden Medizin durch Haus- und Fachärzte nicht nur fordern, sondern auch fördern. „Die meisten psychischen Erkrankungen sind gut behandelbar – aber sie müssen auch behandelt werden. Andernfalls drohen Chronifizierungen und schwere Verläufe.“

In ihren Patienteninformationen gibt die Bundesärztekammer nützliche Hinweise für Patienten und Angehörige zum Umgang mit Depressionen. Nachfolgende Broschüren stehen zum kostenlosen Download bereit: